Alle Artikel von “Jurgen Groener

Wohnung O., Kauns (A)

Umbau einer Ferienwohnung in Kauns (A)
Auftraggeber: Privat
Erbrachte Leistungen nach LM.VM.AK 2014: LPH 1-8
Status: 2.Phase ausgeführt 07-2018

Netto-Grundfläche: ca. 50 m²

Baumeister- und Trockenbauarbeiten: Hilti & Jehle GmbH, Ried im Oberinntal
Installationsarbeiten: Luzian Bouvier Haustechnik, Zams
Elektrotechnische Installationen: Elektro-Technik Kalsberger, Prutz
Ofenbauarbeiten: Ofenbau Kiechl, Rinn
Malerarbeiten: Maler Manni, Kauns
Bodenlegerarbeiten: Raumausstattung Bruno Mair GmbH, Ried im Oberinntal
Tischlerarbeiten: Martin Koch, Mutters

Foto’s: Toni Schade | sonaar, Innsbruck

Wie gestaltet man eine Wohnung für eine vierköpfige Familie auf knapp über 50m² mit Rückzugsmöglichkeiten für Alle, zwei Schlafzimmern, viel Staufläche und tagsüber ausreichend Platz zum Wohnen – noch dazu in schlecht belichteten, unproportionierten Räumen?

Inspiration für das Projekt kam aus den Niederlanden. Dort entwarf und baute der Architekt Gerrit Rietveld 1924-1925 für Truus Schröder das Rietveld-Schröder Haus. Dem Wunsch nach Flexibilität – nach offenen, einfach von einander zu trennenden Zonen, kam Rietveld entgegen, indem er mit Hilfe von Schiebewänden, Fächern, Klappen, Farben und maßgeschneiderten Möbeln unterschiedlichste Raumkonfigurationen und Atmosphären schuf.

Für den Wohnungsumbau in Kauns in Tirol lag die Schlüsselstelle darin, den Eingang in das bestehende Treppenhaus zu verlegen. Dazu war es notwendig, das Badezimmer in einer Art und Weise um zu gestalten, wie das ein Jahr zuvor im Haus Aifnerspitze bereits erfolgreich umgesetzt worden war. Die Verkleinerung des Badezimmers machte es zudem möglich, den von den Bauherrn gewünschten, permanent abgetrennten Schlafraum für die Eltern zu schaffen. Die Belichtung dieses Raumes erfolgt einerseits über ein neues Fenster in der Haustrennwand und anderseits über ein Oberlicht über der Küche.

Herzstück des Appartements bildet ein südöstlich ausgerichteter, multifunktionaler Raum, der eine Vielzahl von Möglichkeiten und unterschiedliche räumliche Erlebnisse bietet. Für den Boden wurde in allen Räumen ein widerstandsfähiger, grau geölter Dielenboden aus heimischer Esche gewählt. Als Gegensatz dazu wurden sämtliche Tischlereinbauten in hellem Ahorn ausgeführt. Dabei wurden die Schiebetüren zusätzlich weiß geölt – vom Tischler als „geblichener Ahorn“ beschrieben. Als temporäre Trennung zwischen Schlafkoje und Erschließungszone wurden grüne Wollfilzvorhänge gewählt.

Eine Vielzahl an -teilweise versteckten- Staufächern, Nischen, Schubladen und Kästen spielen geschickt auf die Nutzung als Wochenend- und Ferienwohnung ein.

Auszeichnungen:
BigSEE Interior Design Award 2021
BigSSE Grand Prix Residential interior design 2021

Haus K., Schwaz (A)

Neubau eines Wohnhauses in Schwaz (A)
Auftraggeber: Privat
Erbrachte Leistungen nach LM.VM.AK 2014: LPH 1, 2
Status: Vorentwurf, abgeschlossen 2-2017

Grundstücksgröße: ca. 430 m²
Netto-Grundfläche: ca. 135 m²

Wir wurden von einem jungen befreundeten Bauherrn gefragt, ein Entwurf für sein neues Zuhause in der Silberstadt Schwaz zu machen.
Die zu bebauende Parzelle liegt in Ortsrandlage mit schönem Ausblick über landwirtschafliche Felder und weist in nordöstliche Richtung ein erhebliches Gefälle von knapp 4 Meter auf.
In Anlehnung am sogenannten Raumplan, eine Idee des Wiener Architekten Adolf Loos (1870-1933), wurde ein Konzept entwickelt dass Räume auf verschiedene Niveaus und mit unterschiedlichen Höhen vorsieht. Dadurch war es möglich, das gewünschte Raumprogramm unter Einhaltung der baurechtlichen Rahmenbedingungen auf dem Grundstück unterzubringen.
Durch die räumlichen Nähe der umliegenden Bebauung spürten wir eine gewisse “Enge” am Bauplatz. Aus diesem Grund wanderten die Funktionen Wohnen, Essen und Kochen in das Obergeschoss, wo das Garagendach als großzügige Terrassenfläche benutzt wird.

Haus A., Vomp (A)

Um- und Zubau eines Wohnhauses in Vomp (A)
Auftraggeber: Privat, Projekt gemeinsam mit Süleyman Karakaya
Erbrachte Leistungen nach LM.VM.AK 2014: LPH 1-4
Status: Vorentwurf – Entwurf, abgeschlossen 10-2016

Grundstücksgröße: ca. 370 m²
Netto-Grundfläche: ca. 120 m²

Ein zehn Jahre altes Fertigteilhaus entspricht nicht mehr den Anforderungen einer vierköpfigen Familie. Neben einer Erweiterung der Hobbyflächen auf Straßenniveau -Vater und Sohn sind engagierte Autobastler- wurde eine Aufstockung für den erhöhten Raumbedarf entworfen.
Ein weit ausladendes “Fernrohr” blickt über die in unmittelbarer Nähe des Hauses gelegene Lärmschutzwand der Inntalautobahn nach Süden hinweg in die Zillertaler- und Tuxer Alpen sowie in Richtung der türkischen Heimat. Die Aufstockung ist als Holzbau mit einer Außenhülle aus Metall gedacht.

Wohnung F., Innsbruck (A)

Umbau einer Wohnung aus den 1940er Jahren in Innsbruck (A)
Auftraggeber: Privat
Status: Ausgeführt, 09-2013

Netto-Grundfläche: ca. 80 m²

Tischlerarbeit Küche: Helmut Schreder, Innsbruck

Haus G., Sistrans (A)

Umbau eines Wohnhauses aus den 1960er Jahren in Sistrans (A)
Auftraggeber: Privat
Status: 1.Phase ausgeführt, 10-2008
Status: 2.Phase ausgeführt, 4-2010
Status: 3. Phase ausgeführt, 4-2012

Grundstücksgröße: 199 m²
Netto-Grundfläche: ca. 85 m²

Foto’s: Toni Schade | sonaar, Innsbruck

Ziemlich maximal im Minimalen
Das einfache Haus steht auf ein Grundstück mit einer Fläche von knapp 200  m² und wurde für den eigenen Wohnzweck in mehreren Bauphasen saniert und adaptiert.
In der ersten Phase wurde im Erdgeschoß ein nachträglich eingebautes Badezimmer zugunsten der Essküche abgebrochen.
Die durch einen Wasserschaden unherstellbar beschädigten Holzböden wurden allesamt entfernt und durch einen robusten Eichenparkett ersetzt. Gang und Küche, Wc und Badezimmer bekamen Epoxydharzboden; Wände und Decken wurden neu gespachtelt und in unterschiedlichen Glanzgrade weiß gestrichen.

In den bestehenden Verbundfenstern wurde Isolierverglasung eingebaut und Dichtungen in den Rahmen eingefräst. Zusätzliche Fenster in Küche und Gang wurden in geölter, massiver Eiche ausgeführt. Ein großes und dickes Türblatt aus Holz mit eingearbeitetem Griff ersetzt die bestehende Hauseingangstür. Im Zuge der Sanierungsarbeiten wurde der dunkle, ostseitig gelegene Hausgang durch die großzügige Neuverglasung des Windfangs räumlich aufgewertet.

Zwei Schiebetüren im Erdgeschoß ermöglichen nun einen fließenden Übergang zwischen Wohnzimmer, Küche und Gang. Die schmale Gangzone wurde durch einen raumhohen Spiegel, der auf der Rückseite einer Schiebetür aufgebracht wurde, optisch vergrößert und bietet den Kindern immer wieder ein spannendes Gegenüber.

 Badezimmer und Schlafzimmer im ersten Stock blieben großteils unverändert.

Die Ausführung der Umbauarbeiten erfolgte teils in Eigenregie.

Publikation: Ziemlich maximal im Minimalen, Edith Schlocker – Tiroler Tageszeitung 10.03.2018