Bahnhof, Mayrhofen (A)

Neubau eines Bahnhofes in Mayrhofen (A)
Auslober: Zillertaler Verkehrbetriebe AG, Jenbach (A)
Status: einstufiger, offener, EU-weiter Wettbewerb, abgeschlossen 1-2019

Mitarbeit: Lorenz Pammer, Bsc.

Grundstücksgröße: ca. 18.491 m²
Netto-Grundfläche: ca. 3.300 m²

Städtebau durch Verkehrsplanung
Eine Vielzahl an funktionalen Rahmenbedingungen bei gleichzeitig sehr beengten Raumverhältnissen, hat uns dazu veranlasst, die Strategie „Städtebau durch Verkehrsplanung“ zu verfolgen. Dazu optimierten wir in enger Zusammenarbeit mit einem Verkehrsplaner einige „kleinere“, aber in der Gesamtbetrachtung entscheidende Bereiche am Planungsareal, die letztendlich zum vorliegenden Projekt führten.

Passage durchs Gebäude
Entscheidend für die Platzierung der Gebäude schien uns die Entstehung eines neuen Zentrums am Areal. Wir verschoben dazu das Bahnhofsgebäude Richtung Süden – den Platz, der durch die Komprimierung des Busbahnhofs freigespielt wurde – und rückten die Betriebsleitstelle gleichzeitig von der Bahnhofshalle ab. Zwischen Bahnhofshalle und Bahnhofsgebäude legten wir das neue, eingeschossige Kundencenter, das nun direkt und über die volle Länge an die Bahnhofshalle angeschlossen ist. Das Kundencenter funktioniert dabei als eine Art Passage – eine innenliegende Fußgängerstraße – und bewirkt die innere und äußere Gliederung des Bahnhofskomplexes.

Doppelte Mitte
Auf mehreren Ebenen besitzt das Projekt eine doppelte Mitte. Stadträumlich betrachtet präsentiert sich das Bahnhofsgebäude als markanter, schwebender Riegel mit Uhr und verleihen dem Ort damit einen erkennbaren und angemessenen Ausdruck. Gleichzeitig entsteht auf Gebäudeebene durch die eingeschossige Kundenzone zwischen Bürotrakt und Bahnhofshalle eine klar definierte Eingangssituation.
Aus der Platzierung des Kundencenters ergeben sich zwei Vorplätze was die Janusköpfigkeit des Ortes unterstreicht. Nordseitig wird eine großzügige, offen gestaltete Fläche vorgeschlagen, die mit Baum, Brunnen, Sitzmöglichkeiten und E-Fahrradabstellplätzen zum Verweilen einlädt, während auf der Südseite im dichten Gefüge von Busbahnhof, Fahrradständern und Unterflurtrasse ein deutlich urbanes Erscheinungsbild herrscht.